Sonntag, 4. Juli 2010

Lange Tage kurze Nächte

 

 

Wenn morgens um 4.30 Uhr der Wecker im noch schlafenden Tenero summt, ist die Stimmung in der Crew vom „Blauen Wunder“ (noch) nicht grandios. Erst im Aufstieg zum Lag da Toma am Oberalppass, der Rheinquelle, lockerten sich bei mir langsam meine Muskeln und mein Gemüt. Beim Schwimmen in der Quelle war als Zaungast auch Walter Belina dabei. Walter ist 90 und eine Bergsteigerlegende. Um 11 Uhr war ich noch als Gast an der offiziellen Eröffnung des Rheinquelle Infocenters auf der Passhöhe eingeladen, und ich durfte die Botschaft vom „Blauen Wunder“ der versammelten Prominenz „verkünden“. Um 12.15 Uhr bin ich dann mit meinem Freund und Physiotherapeut Gregor Fürer Richtung Furkapass aufgebrochen mit dem Ziel Sion. 150 Kilometer, die es in sich hatten. Abends um 19 Uhr sind wir nach einer kaum enden wollenden Fahrt im Rhonetal in Sion eingetroffen. Der Gegenwind zwischen Brig und Sion hat uns auf den langen Geraden das Leben schwer gemacht und der Sonntagsverkehr war teils gefährlich. Doch alles lief gut.

Heute habe ich an diesem langen Tag zwei Quellen besucht. Die Rheinquelle und in der Abfahrt vom Furkapass haben wir den Rhonegletscher und somit die Rhonequelle gestreift. Es ist eindrücklich und auch beängstigend, welche Wassermassen sich Richtung Goms über die Felsen hinunterstürzen. Eindrücklich ist die unbändige Kraft des Wassers – beängstigend, dass in naher Zukunft der Rhonegletscher und sein Wasser wohl immer mehr Geschichte werden.

Fazit: Der Walliser Wein beim Nachtessen hat eindeutig besser gemundet als der Walliser Gegenwind. 

In der frühen Morgenstunde wird schon gepackt
Mit Walter Bellina auf einen Schwatz
Der Thomasee im Hochsommer, immer noch mit Schnee
Rheinquelle Thomasee
Alphornkonzert vor dem "Blauen Wunder Container"
Ankunft in Sion im Hotel Rhone

Samstag, 3. Juli 2010

Erster grosser Test

 

Grosser Schwimmtest im Lago Maggiore. 16 Kilometer von Brissago via Ascona, Locarno nach Tenero. Bei angenehmen Temperaturen ging’s morgens um 6.25 Uhr in Brissago los mit dem ersten Zwischenziel auf den Isole di Brissago. Die ersten 40 Minuten waren im leichten Gegenwind und Wellengang anspruchsvoll. Ab den Isole bin ich dann über’s offene „Meer“ bis zum Porto di Ascona geschwommen. Nach einer zweiten Pause dann noch der Abschluss über die Bucht bei Locarno mit der Ankunft um 12 Uhr in Tenero. Nun laufen die Vorbereitungen für die morgige Etappe via Oberalppass/Toma See nach Sion. Das wird lange.

Der heutige Tag war enorm wichtig für das Selbstvertrauen. 16 km sind lang, doch der Kopf scheint sich langsam an die langen Strecken zu gewöhnen – so hoffe ich. Einmal mehr war die Crew von der SLRG für die Sicherheit  auf dem Lago Maggiore besorgt. Ohne den Support der SLRG wäre das Schwimmen viel zu gefährlich. Schwierig gestaltete sich für mich die Orientierung auf der Schwimmstrecke zwischen dem Porto di Ascona und Tenero. Da der Strand von Tenero im leichten Gegenlicht gräulich „eingefärbt“ war, konnte ich mich schlecht an den „Hochhäusern“ in Tenero orientieren. Doch nach 16 Kilometer war das Abenteuer Lago Maggiore vorbei. Morgen wird’s v.a. auf dem Velo sehr lang über Furka und Sion.

Fazit: Bin müde doch auch glücklich über den heutigen Tag. 

Unter Aufsicht von der SLRG
Morgen früh unterwergs
Hafenidylle
Ins Wasser steigen und los...
Da lang gehts

Freitag, 2. Juli 2010

Im Land der Ströme

 

Heute morgen bin ich in Flüelen mit Vorfreude gestartet. Zum ersten Mal ging‘s für mich mit dem Velo via Gotthardpass ins Tessin. Durch die Schöllenen hochradelnd wähnte ich mich im Land der Ströme. Wunderbares Wasser von oben Dank der Reuss und x-Strassen für die Ströme von Menschen in Richtung Süden und Norden. In Andermatt angekommen, habe ich eine ältere Dame gefragt, ob der Brunnen Trinkwasser führt. "Leider Gottes, ja", hat sie geantwortet. Erst im Nachhinein habe ich bemerkt, dass die Dame Wirtin war, und mich gerne als zahlenden Gast gesehen hätte. 

Auf dem Gotthard angekommen (unterwegs habe ich noch eine alte Postkutsche überholt), stand bereits am Hospiz der "Blaue Wunder“-Container. Einfach ein schönes Bild, der blaue Container zwischen Steine, Seen, Schnee und vielen, vielen Menschen. 

Die Abfahrt durch die Tremola war ein Fehlentscheid. Unterwegs habe ich auf der kilometerlangen Kopfsteinstrasse den Bidon verloren und der Trinkflaschenhalter begann sich zu lösen. 

Nachdem die lockeren Schrauben in Airolo wieder ok waren, hat mich ein Strom anderer Art überrascht. Ballonfahrer B. Piccard würde vom Jetstream reden. Der extreme warme Gegenwind begleitete mich auf den langen Geraden Richtung Biasca, Bellinzona und Locarno. Kurz vor Locarno war ich ohne Wasser und mit der letzten Noternährung unterwegs, als ich an einer Autofahrschule vorbei fuhr. Eine riesen Asphaltfläche wurde für das Aquaplaning-Fahrtraining bewässert - Wassergesegnetes Land. 

Kurven am Gotthard
Langsam
Schnell
Der Container inmitten der Bergwelt

Tagesschaubeitrag vom 1.7.2010

Donnerstag, 1. Juli 2010

Gestartet!

Bin müde - und glücklich! Die Nervosität war gross heute morgen. Die Medienkonferenz vor dem KKL in Luzern und anschliessend auf dem Schiff Richtigung Rütli war "Ferienstimmung" pur. Der Aufwand den "Blauen Wunder"-Container vor dem KKL zu platzieren hat sich mehr als gelohnt. Die Medienkonferenz am Container und auf dem Extraschiff MS Titlis mit den Vertretern von hotelleriesuisse, WWF-Schweiz, Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft, Ielog und Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee war für mich ein unvergessliches Erlebnis. Mein Traum wurde wahr! 

Das gemeinsame Schwimmen mit hotelleriesuisse Präsident Guglielmo Brentel im 14 Grad kalten See ab Rütli werden wir beide wohl nie vergessen. 

Begleitet von der SLRG Urnersee gings auf den ersten 4km zur Tellsplatte. 1m hohe Wellen forderten alles ab. Dass ich nicht Seekrank wurde, war ein gutes Zeichen. An der Tellsplatte vorbei Richtung Flüelen habe ich erstmals die Müdigkeit der letzten Montate gespürt. 

Morgen Richtung Gotthard und Brissago gilt es auf dem Velo den inneren Frieden zu finden, damit ich am Samstag für den Lago Maggiore bereit bin. 

Fazit 1. Juli 2010: "Das blaue Wunder - Schweiz 2010" ist keine Vision oder kein Traum mehr, sondern ist real eingetaucht. 

 

Die ersten ca. 9km Schwimmen vom Rütli über die Tellsplatte nach Flüelen waren stürmisch. 

Medienkonferenz vor dem KKL/Luzern am "Blauen Wunder"-Container
WWF-Wasserbotschafter Ernst Bromeis mit Programmchef WWF-Schweiz Thomas Vellacott
Letzte Vorbereitungen und Interviews (SF Tagesschau) am Rütli
Ernst Bromeis mit hotelleriesuisse Präsident und Mit-Schwimmer Guglielmo Brentel
Ernst Bromeis auf dem Weg Richtung Tellsplatte
"Land in Sicht" und das Medien und Gästeschiffe MS Titilis der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee

Mittwoch, 30. Juni 2010

Noch 12 Stunden bis zum Start

Die letzten Vorbereitungen laufen. Container steht bereits vor dem KKL in Luzern und die MS Titlis ist im Hafen. 

Mittwoch, 2. Juni 2010

Grosse Ehre für "Das blaue Wunder"

Meilenstein in der Geschichte vom "Blauen Wunder". Freue mich ausserordentlich auf die Zusammenarbeit mit Hotelleriesuisse. "Warum in die Ferne reisen, wenn das Blau so nahe fliesst?!"