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Freitag, 20. März 2015

Nichts verbindet (und trennt?) uns mehr als das Wasser

In einer Zeit wo vieles unterzugehen scheint ist es gut, wenn man schwimmen kann.

In diesem Winter 2015 sind uns die Krisen auf der Welt sehr nahe gekommen. Der Schweizer Tourismus und die Exportwirtschaft stehen inmitten grosser Herausforderungen. Die Flüchtlingsströme aus dem Süden gelangen auch zu uns in die Schweiz.

Wir verhandeln mit der EU über eine Zuwanderung nach unseren Vorstellungen, ohne die gewinnbringenden Bilateralen-Abkommen gefährden zu wollen. Die Krise in der Ukraine beschäftigt uns in Westeuropa mehr als uns lieb ist.

In diesem Umfeld gestalten wir die 3. UNO-Weltwasserwoche im Unterengadin. Es ist kein Ort für Auserwählte, an denen die oben beschriebenen Krisen wie ein Stück Holz im Inn vorbeiziehen würden. Nein, das Stück Holz ist gross und sperrig – und klemmt. Es braucht die ganze Kraft einer Gemeinschaft um das gestaute Wasser wieder ins Fliessen zu bringen.

Zeiten, in denen das Wasser bis zum Hals steht, fordern uns heraus gemeinsam zu schwimmen und zu kooperieren. Ein Weg ist es, nach dem suchen, was uns verbindet, und nicht nach dem zu streben, was uns trennt. Die UNO-Weltwasserwochen bieten einer ganzen Region die Chance auf dieser „verbindenden Welle“ zu reiten und mitzugestalten.

Die UNO-Weltwasserwochen sind innovativ. Aus der Unterengadiner Geschichte und Tradition heraus das Verbindende suchen um mit neuen Ideen weiter zu gestalten, ist der Antrieb. Innovation heisst nicht primär Millionenprojekte aus dem Boden zu stampfen, sondern mit Selbstbewusstsein organisch zu wachsen.

Ich freue mich auf gemeinsame, verbindende Tage. Bainvgnüts a l’aua.

Ernst Bromeis-Camichel, Grenzschwimmer und Wasserbotschafter,
Organisator UNO-Weltwasserwoche

www.uno-weltwasserwoche.ch 

Mittwoch, 6. August 2014

Das Recht auf eine Toilette (05.08.2014)

Vom malerischen Arm des Altrheins bei Worms bricht Ernst früh auf, um möglichst weit Richtung Wiesbaden zu kommen, wo am Mittwoch die Medienkonferenz stattfinden wird.

Das malerische Element währt nicht aber sehr lange: Schon sehr bald tauchen am rechten Rheinufer die stillgelegten Atommeiler von Biblis mit ihren vier riesigen Kühltürmen auf.

Bald danach, bei der ersten Tagespause in Gernsheim, Abbauarbeiten nach dem grossen Fischerfest. Der Rhein war und ist traditionell auch Nahrunsmittelquelle für seine Millionen von Anwohner. Mitten im Gewühl schaffen uns die sehr hilfsbereiten Wasserschutz-Polizisten einen Platz für den Camper, wo Ernst sich ausruhen und etwas essen kann.

Dann die alltägliche Suche nach einer Toilette: Für uns eine manchmal etwas lästige Aufgabe. Eine Milliarde Menschen muss aber nicht einmal suchen: sie hat gar keinen Zugang zu einem Abwassersystem. Und wo es keine sanitären Anlagen und Kanalisationen gibt, breiten sich Krankheiten und Seuchen besonders gut aus.

Das Menschenrecht auf Wasser ist auch das Recht auf sanitäre Anlagen, also die Entsorgung von Abwässern. Und somit eben auch das Recht auf eine Toilette.   

140805_Toilette © Das blaue Wunder
140805_Toilette © Das blaue Wunder