Posts mit dem Label Schleuse werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Schleuse werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 16. August 2014

Bergaufschwimmen zur letzten Schleuse (16.08.2014)

Der Lärm eines Platzregens auf dem Dach des Wohnmobils macht die Mannschaft früh hellwach. Das Wetter reisst aber rasch auf und zeigt sich zum Startzeitpunkt freundlich. Nun ist es windstill und Ernst kommt gut voran, obwohl er fast keine Strömung nutzen kann.

Nur fünf Kilometer nach dem Frühstück wartet die erste Schleuse – von weitem schon sind die Betonbauten der Stauwehre in der topfebenen, sattgrünen Landschaft zu sehen.

Schleusen sind für Schwimmer nichts Gutes: Kilometer vor und nach den Toren ist das Schwimmen aus Sicherheitsgründen verboten. Nach dem Wiedereistieg saugen sie Ernst bergwärts – mit mühsamer Ausdauerarbeit befreit er sich Meter um Meter aus ihrer destruktiven Anziehungskraft.

Ab Mittag kommt Wind auf. Zuerst zaghaft, dann immer stärker. Gegen Abend kämpft Ernst gegen Westwind mit Stärke fünf. Es ist, wie wenn er bergauf schwimmen müsste. 

Nach insgesamt sechs Stunden im Wasser und 30 Kilometern ist die Schleuse Hagestein dann doch erreicht. Sie ist die letzte auf der langen Expedition durch Europa an die Nordsee.

Ab morgen sind wir im Rheindelta – und damit den Gezeiten ausgesetzt. Aber das ist ein anderes Thema...

140816_Schleuse Hagestein © Das blaue Wunder - Belli Wenger
140816_Schleuse Hagestein © Das blaue Wunder - Belli Wenger

Sonntag, 27. Juli 2014

Die letzte Schleuse! (27.07.2014)

Der letzte Tag im gestauten Rhein bringt eine neue Art von unangenehmen Begleitumständen: Die Sonne lockte viele Menschen an den Rhein. Ein Teil davon bringt Jetskis, schnelle Motorboote und Wasserskis mit und rast damit auf dem Rhein herum.

Kapitän Pablo manövriert das Begleitboot so, dass die nicht immer ganz berechenbaren Sportpiloten Ernst nicht zu nahe kommen. Für Ernst im Wasser ist die Situation dennoch sehr unangenehm: Geräusche von Schiffsmotoren sind unter Wasser sehr gut hörbar – der Mensch kann sie aber kaum einschätzen oder gar orten. Ernst schwimmt in ständiger Angst, dass einer der Boliden ihm zu nahe kommt.

Es gibt aber auch die angenehmen Besucher für die Expedition 2014: Zahlreiche Zuschauer auf den Dämmen und auf (langsamen) Booten winken uns zu, fragen nach. Sie hatten wohl alle die FAZ gelesen...

Beflügelt vom Gedanken an die letzte Schleuse bis Hoek van Holland schafft Ernst dennoch über 40 Kilometer bis Iffezheim: 170 sehr anstrengende Kilometer gestauter Rhein liegen hinter Ernst. Die Erleichterung ist gross. Ab jetzt fliesst der Rhein wieder natürlich. Das bringt die Expedition in Schwung, birgt aber auch neue Gefahren. Immer schön konzentriert bleiben... 

Wie es morgen weitergeht ist noch unklar: Hochwasserstufe 1 bedeutet zusätzliche Abklärungen für Kapitän Pablo und Ernst mit den Behörden, die das Team beiderseits des Rheins aber sehr hilfsbereit unterstützen.

140727_Rhein-Kilometer 333 © Das blaue Wunder
140727_Rhein-Kilometer 333 © Das blaue Wunder
140727_Iffezheim © Das blaue Wunder
140727_Iffezheim © Das blaue Wunder

Samstag, 19. Juli 2014

Von Rheinfall zur ersten von viele Schleusen (19.07.2014)

Am Morgen geht Ernst zu Fuss los; die Strecke von Schaffhausen bis zum Rheinfall ist nicht schwimmbar. Unter dem Rheinfall wartet die «Blue Connects», unser eigentliches Expeditions-Boot, das uns bis Hoek van Holland begleiten soll.

Ernst schwimmt über fünf Stunden; die Strömung arbeitet mit und hilft, die Tagesstatistik auf 34 km anzuheben. Die Strecke ist ein «Bijoux»: Grüne und verwachsene Stellen erinnern manchmal fast an einen Urwald. Sie wechseln sich ab mit kleinen Ortschaften, schönen Kirchen. Eine Landschaft wie aus dem Ferienprospekt.

Vier Stauwehre sind zu umgehen. Das Boot muss dann jeweils auf einen Lift. Das letzte Wehr des Tages ist ein Riese: Das Kraftwerk Eglisau-Glattfelden. Für unseren Rheinkapitän Pablo und die Expedition 2014 ist es die erste von sehr, sehr vielen Schleusen.

140719_Blue Connects unter dem Rheinfall © Das blaue Wunder - Dorothée Meddens
140719_Blue Connects unter dem Rheinfall © Das blaue Wunder - Dorothée Meddens