Mittwoch, 9. Juli 2014

Durch die Rheinschlucht (09.07.2014)

Zum Abschluss der Surselva ging es durch die Rheinschlucht Ruinaulta, auch der «Grand Canyon Graubündens» genannt. Der Rhein führt viel Wasser, Geschiebe und Sand, er ist so trüb, dass der Sand in alle Ritzen geht.

Auf dem Hydrospeed und begleitet von Peter Gujan im Kajak bringt Ernst Bromeis die Rheinschlucht ohne Blessuren hinter sich. Im Stausee nach dem Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein ist das Wasser so trüb, dass er die Hand nicht vor dem Gesicht sehen kann.

Der reissende Rhein trägt Schwimmer und Kanute vorbei an der Kantonshauptstadt Chur und der grössten Windenergieanlage der Schweiz Richtung Bündner Herrschaft. Zum dritten Nachtlager steht unser Camper in Untervaz. 

140709_Auf dem Hydrospeed durch die Rheinschlucht
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140709_Rheinschlucht 3
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140709_Rheinschlucht 4
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140709_Rheinschlucht 5
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140709_Nachtlager in Untervaz
140709_Nachtlager in Untervaz

Dienstag, 8. Juli 2014

Disentis - Castrisch (08.07.2014)

Am Morgen sind die Berge um Disentis schneeweiss - das Wasser des Vorderrheins ist eiskalt. Ernst Bromeis rennt bis Surrein und schwimmt von da mit dem Hydrospeed im Vorderrhein bis Turn. Die Strecke Turn - Rueun läuft er wieder; die Passage ist im hoch gehenden Vorderrhein zu gefährlich. 

Von Rueun geht's dann an Ilanz vorbei bis Castrisch. Der Kilometer 60 ist fast erreicht. Ob die Rheinschlucht «Ruin auta» morgen gelingt ist fraglich: Der Rhein führt sehr viel Wasser und es gilt, Verletzungen um jeden Preis zu verhindern. 

Blick aus unserem Team-Camper auf den Vorderrhein bei Castrisch.
Blick aus unserem Team-Camper auf den Vorderrhein bei Castrisch.

Von der Quelle bis Disentis (07.07.2014)

Nach Monaten der Vorbereitung ging es am Montag endlich los: Gemeinsam mit Freunden legte Ernst Bromeis das erste Teilstück seiner «Expedition 2014» zurück. Vom Lago di Dentro im Val Cadlima ging es zuerst im strömenden Regen an den Lago di Santa Maria am Lukmanierpass.

Bei einer Medienorientierung stellte er die «Expedition 2014» der Öffentlichkeit vor und durchschwamm anschliessend den Lago di Santa Maria. Danach wurde er vom Bergführer Peter Gujan über die mehr als 70 Meter hohe Staumauer abgeseilt. Die Strecke bis Disentis entlang dem Flusslauf des Rein da Medel zu Fuss zurück.

Nichts für schwache Nerven: Peter Gujan (in der gelben Jacke) seilt Ernst Bromeis über die 75 Meter hohe Staumauer des Lago di Santa Maria ab.
Nichts für schwache Nerven: Peter Gujan (in der gelben Jacke) seilt Ernst Bromeis über die 75 Meter hohe Staumauer des Lago di Santa Maria ab.
Bereitmachen am Lago di Santa Maria: Auf Ernst Bromeis warten über zwei Kilometer bei 8 Grad Wassertemperatur.
Bereitmachen am Lago di Santa Maria: Auf Ernst Bromeis warten über zwei Kilometer bei 8 Grad Wassertemperatur.
Medienkonferenz auf dem Lukmanierpass: Ernst Bromeis (rechts) mit Mediensprecher Christian Gartmann
Medienkonferenz auf dem Lukmanierpass: Ernst Bromeis (rechts) mit Mediensprecher Christian Gartmann

Samstag, 15. März 2014

Vom Tropfen auf den heissen Stein

Gibt es in einer globalisierten Welt eine individuelle Verantwortung?

Unsere Welt ist globalisiert. Dies ist eine Tatsache und kaum jemand in der Wirtschaft, in der Politik, in der Kultur, im Sport, in der Umwelt wird dies verneinen. Was uns Menschen verbindet ist nicht nur unsere Abhängigkeit vom Wasser sondern auch die Abhängigkeit von übergeordneten Entscheidungen, welche unser aller Leben betreffen und die Ströme auf dieser Welt lenken. Wo bleibt aber die Verantwortung des Individuums? Kann ich als einzelner Mensch mitgestalten oder bin ich nur ein Tropfen auf einem heissen Stein? Oder muss ich sogar selber Verantwortung übernehmen und darf die Entscheidungsprozesse nicht einfach „nach oben“ delegieren? Diese und weitere Fragen werden uns beschäftigen. - Antworten suchen und finden wir an der 2. UNO-Weltwasserwoche in der Engiadina Bassa.

 

Eine ganze Woche zum Eintauchen

Die Frage nach der kollektiven und individuellen Verantwortung wird uns bereits im Eröffnungsgottesdienst am Sonntag, 16. März in der reformierten Kirche in Scuol beschäftigen. Thematische Filmvorführungen im Bogn Engiadina, ein kultureller Abend „En – Tia melodia tant profuonda“ mit einheimischen Wasserliedern am Freitag, 21. März und weitere Veranstaltungen mehr werden neben Claude Nicollier, am UNO-Weltwassertag, 22. März, die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit geben gedanklich und emotional einzutauchen.

 

Organisatorisches

Alle Veranstaltungen der 2. UNO-Weltwasserwoche sind öffentlich und richten sich an alle Menschen, welche vom Wasser abhängig sind.

 

Tagungssprachen: deutsch e rumantsch.

www.uno-weltwasserwoche.ch


 

Foto C. Nicollier
Foto C. Nicollier
INN-DIARY-view-book2
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Montag, 13. Januar 2014

Neue Schwimm-Literatur

Bruno Baumgartner: Die unerklärliche Sucht nach Wasser

Rezension von Ernst Bromeis


Zwischen Sucht, Sog und Sehnsucht

Bruno Baumgartner hat als schreibender Schwimmer oder als schwimmender Schreiber eine Fähigkeit, wie ganz wenige. Er kann eine der herausforderndsten Sportarten der Welt in Worte fassen.

Wer Teil der deutschsprachigen Schwimmszene ist, kennt Baumgartner von seinen zahlreichen Blog-Beiträgen auf Swim.de. Im gleichen Stil wurde nun auch seine erste Publikation verfasst. Wenn er sein zur Sucht gewordenes essenzielles Tun als Schwimmer umschreibt, wirken seine Zeilen wie ein Sog. Da ich selber Freiwasserschwimmer bin, kann ich die gewählten Worte von Baumgartner mit jedem Zug und Wort nachempfinden. Am Stärksten wirken die Passagen auf mich, als Baumgartner alleine ohne Bootsbegleitung einen Schwimmausflug „ins Blaue“ in Ägypten erlebt. Hier fühle ich mich beim Autor „zu Hause“ wenn er schreibt: „Es war als würde ich in einer riesigen, blauen Wolke dahinschweben, und alles um mich herum verstummte.“

Leider folgen ein paar Zeilen später Beschreibungen eines Kalaschnikow-Gewehres, das nun Bruno Baumgartner bedrohen soll. Mit ähnlichen Äusserungen und unzähligen überzeichneten Metaphern verliert die Erzählung immer wieder an Tiefe und droht zu stranden. Die Schilderungen von eigenen Erfahrungen mit „Vorzeige-Pazifisten“ in der Militärgrundausbildung ist verletzend und für mich schlicht fehl am Platz.

Wenn Bruno Baumgartner schwimmt und darüber schreibt ist er aber in einer eigenen Welt. Daher wäre das Buch tiefer und ergreifender, wenn der Autor sich auf sein wesentliches Tun fokussiert hätte. So wiegen sich tiefe Erfahrungen und seichte Beschreibungen über 270 Seiten wie Ebbe und Flut.

Die Sehnsucht nach mehr Wasser wird den Autor hoffentlich über seine Sucht und Besessenheit hinwegtragen und ihm die gesuchte Freiheit und Gelassenheit schenken.


 

Davos Platz, 13. Januar 2014

Bildschirmfoto 2014-01-13 um 21.47.33
Bildschirmfoto 2014-01-13 um 21.47.33

Freitag, 15. März 2013

1. UNO-Weltwasserwoche 2013: Vom Privileg an der Quelle zu leben.

Nach einem Jahr Vorbereitungszeit freut es mich sehr, dass wir vor der 1. UNO-Weltwasserwoche stehen. 

 

Während einer ganzen Woche steht das Unterengadin im Zeichen des Wassers. Von Sonntag, 17. März bis Freitag, 22. März 2013 wird das Wasser aus ethischer, kultureller oder weltpolitischer Sicht beleuchtet. Als Organisatoren wollen wir einen Bogen zwischen der Unterengadiner Wasserkultur und den globalen Wasserherausforderungen schlagen. Als einer der Höhepunkte wird am UNO-Weltwassertag der ehemalige UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, auftreten. Die Veranstaltung findet am Freitag, 22. März im Hotel Belvédère in Scuol statt (20 Uhr). 

 

Es ist für mich nicht nur ein Privileg an der Quelle zu leben sondern auch gemeinsam mit verschiedenen Partnern eine Wasser-Woche organisieren zu dürfen. Als Wasserbotschafter ist es für mich ein grosses Anliegen, nicht nur durch die Schwimmprojekte Aufmerksamkeit für das Thema zu generieren, sondern das "Gepredigte" auch in die Tat umzusetzen. Ich bin sehr gespannt, wie das breitgefächerte und somit differenzierte Programm aufgenommen werden wird. Unter www.uno-weltwasserwoche.ch ist die ganze Vielfalt publiziert. 

 

Die 1. UNO-Weltwasserwoche ist nicht "irgendwie aus der Luft gegriffen", sondern baut auf die lange Wassertradition des Unterengadins auf. Das ganze touristische und somit wirtschaftliche Leben wurde auf Wasser gebaut und findet nun mit diesem Schwerpunkt seine Fortsetzung. 

 

Alle Veranstaltungen der Weltwasserwoche können individuell ohne Anmeldung besucht werden. Alle sind herzlich willkommen. 

 

www.uno-weltwasserwoche.ch 

Büvetta NAIRS buevetta_beleuchtet_momument_235_2011_ralph hauswirth
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Jean Ziegler 17075
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Lai da Rims A0018267
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Montag, 4. Februar 2013

Engagement für Graubünden 2022

Geschätzte Gäste von "Das blaue Wunder"

Es mag vielleicht erstaunen, dass ich mich als Co-Präsident für Olympische Spiele in Graubünden stark mache. Ich bin überzeugt, dass mit dem Olympia-Prozess Graubünden zum ökologischsten Wirtschaftsraum der Alpen wird. Nicht möglich! Wie das gehen soll? - Lesen Sie meine Gedanken in Form von einem Leserbrief. 

NEIN zu sagen ist ein ökologisches No-Go

Persönlich bin ich vom Vorgehen der SP und der Umweltorganisationen wie WWF und Pro Natura enttäuscht. Als langjähriger Unterstützer vom WWF, der Pro Natura oder vom VCS durfte ich auch schon im Rahmen meiner Wasser-Projekte mit den Umweltorganisationen zusammenarbeiten. Ja, man kann sehr wohl unterschiedlicher Meinung sein, wie unser Kanton und die Alpen genutzt werden sollen, dass man aber aus Prinzip gegen Olympische Spiele ist und eine kreative und konstruktive Diskussion verweigert ist verantwortungslos. Dass die SP und die Umweltorganisationen inkl. CIPRA sich auch bei einem JA am 3. März weiterhin der Diskussion verweigern (siehe Bündner Tagblatt 17.1.2013), heisst demokratische Prozesse zu ignorieren und die von ihnen selber propagierte ökologische Verantwortung nicht wahrzunehmen. Dies ist für mich mehr als bedenklich.

Graubünden wird zum ökologischsten Lebensraum der Alpen

Die Befürchtungen, dass Graubünden bei Olympia „untergeht“ sind meiner Meinung nach falsch. Das Gegenteil ist der Fall: Mit den Olympischen Spielen erhält Graubünden die Chance im Laufe von einem Jahrzehnt zum ökologischsten Wirtschaftsraum der Alpen zu werden. Die weissen Spiele sind durchaus, bei richtiger Umsetzung, grüne Spiele. Dank dem Olympiaprozess wird diese Destination als erste der Alpen klimaneutral. Dank einheimischer Wasser-, Solar- und Erdwärmeenergie werden es saubere Spiele. Alle nötigen fixen und temporären Bauten werden auf dem neuesten energetischen Stand erstellt. Der gesamte öffentliche olympische Verkehr wird CO2 neutral geführt. Nur schon diese letzte Massnahme würde auch nach den Spielen im Winter und Sommer 2023 mit öffentlicher Bus- und Bahn-Elektromobilität unsere Umwelt positiv beeinflussen. Und - mit Olympia als grösstmögliche Marketing-Plattform haben wir die Möglichkeit antizyklisch zu kommunzieren und somit die potentiellen Gäste aber auch zukünftige Zuzügerinnen und Zuzüger für unseren Lebensraum im Frühling, Sommer und Herbst zu begeistern.

Auf dem Weg zu Graubünden 2022 wird unser Kanton ökologischer denn je

Allerdings müssen auch wir als Promotoren in die Pflicht genommen werden. Es muss verbindlich definiert werden, dass Graubünden nur dann Olympische Spiele organisiert, wenn unsere Art von Dossier umgesetzt wird. Sollten im breiten Feld der Nachhaltigkeit seitens vom IOC in den Vertragsverhandlungen nicht haltbare Auflagen gestellt werden, müssen die Spiele wieder „zurückgegeben“ werden. Als Olympiapromotoren sind wir vor den Bündner Wählerinnen und Wählern nur so glaubwürdig.

Persönlich erachte ich das NIV-Impulsprogramm (Nachhaltigkeit mal Innovation gleich Vermächtnis) als inspirierende und auch absolut wichtige Denkfabrik für die Zukunftsgestaltung von unserem Bergkanton. Um aber auch hier nachhaltig zu agieren muss das NIV-Impulsprogramm unbedingt auch bei einem Nein am 3. März 2013 fortgeführt werden, denn all unser Glück darf nicht nur von Olympia abhängig gemacht werden.

„Schlafen im Stroh“ ist ein spannendes touristisches Produkt, doch mit schlafen und Stroh alleine werden wir keine Zukunft für Graubünden gestalten. Ich sage mit Überzeugung ja, denn ich möchte unseren Alpenraum/Kanton dank dem Olympia-Prozess in Zukunft aktiv mitgestalten und nicht einfach administrieren und verwalten. 

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