Samstag, 12. Juli 2014

Der See ist ein Krampf (12.07.2014)

«Endlich im See und im wärmeren Wasser», dachten wir alle am Morgen! Der Bodensee ist mit knapp 19 Grad zwar vermutlich an die 10 Grad wärmer als es der Rhein bis gestern war, aber die Kälte ist immer noch ein grosses Problem. Mehr als zwei Stunden am Stück sind nicht drin.

Ernst schwimmt nah am Ufer. Diese Linienwahl ist zwar länger, aber so kann er zum Ausruhen und Aufwärmen direkt in den warmen Camper des Teams. Würde er weiter draussen schwimmen, könnte er sich nur im Begleitboot ausruhen. Beim aktuellen Wetter würde er dann aber noch mehr auskühlen.

Heute waren es rund 9 Kilometer, Sonntag und Montag sind nun kürzere Etappen angesagt. Es gilt, mit der Kräften haushälterisch umzugehen. Die Stimmung im kleinen Team ist gut – alle hoffen auf besseres Wetter.

140712_Webcam Altehrhein
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Freitag, 11. Juli 2014

Was für ein Ritt! (11.07.2014)

Angetrieben von den Niederschlägen der letzten Woche führt der Rhein Unmengen von Wasser. Wer oder was im Wasser ist, wird förmlich Richtung Bodensee gerissen. Es geht gut vorwärts, aber Schwemmholz und starke Strömungen machen das Schwimmen zuweilen gefährlich. Man muss schon etwas verrückt sein...

Die Kälte ist noch immer ein grosses Problem. Auch die Temperatur des Sees dürfte unter der riesigen Menge an Kaltwasser gelitten haben. Dennoch: Die Aussicht auf das «richtige Schwimmen» im offenen Bodensee beflügelt das ganze Team.

Morgen beginnt ein neues Kapitel in der «Expedition 2014»: Schwimmen im stehenden Gewässer – und den Rhythmus finden für die noch immer riesige Strecke, die vor allen liegt.

Neu im Team: Pablo, unser Rhein-Kapitän.

Donnerstag, 10. Juli 2014

Abschied von Graubünden (10.07.2014)

Heite heisst es Abschied nehmen von Graubünden: Vorbei an den Weinbergen der Bündner Herrschaft geht es über die Kantonsgrenze ins St. Galler Rheintal, rechts liegt das Fürstentum Liechtenstein.

Der Rhein ist in voller Fahrt: Noch immer führt der Strom sehr viel Wasser, Steine und Sand. Die Strudel entwickeln eine unbändige Kraft – es gilt, das Wasser zu lesen, um sie grossräumig zu umschwimmen.

Der Rhein hat kaum zehn Grad: zwei Neoprenanzüge, dicke Handschuhe, eine warme Kapuze und warme Schuhe schützen nur teilweise vor der Kälte. Mehr als 90 Minuten im Wasser sind nicht drin.

Dann gibt's warmes Essen im Camper. Camper-Captain und Koch Martin ist Spitze!

 

Mittwoch, 9. Juli 2014

Durch die Rheinschlucht (09.07.2014)

Zum Abschluss der Surselva ging es durch die Rheinschlucht Ruinaulta, auch der «Grand Canyon Graubündens» genannt. Der Rhein führt viel Wasser, Geschiebe und Sand, er ist so trüb, dass der Sand in alle Ritzen geht.

Auf dem Hydrospeed und begleitet von Peter Gujan im Kajak bringt Ernst Bromeis die Rheinschlucht ohne Blessuren hinter sich. Im Stausee nach dem Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein ist das Wasser so trüb, dass er die Hand nicht vor dem Gesicht sehen kann.

Der reissende Rhein trägt Schwimmer und Kanute vorbei an der Kantonshauptstadt Chur und der grössten Windenergieanlage der Schweiz Richtung Bündner Herrschaft. Zum dritten Nachtlager steht unser Camper in Untervaz. 

140709_Auf dem Hydrospeed durch die Rheinschlucht
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140709_Rheinschlucht.JPG
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140709_Rheinschlucht 3
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140709_Rheinschlucht 4
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140709_Rheinschlucht 5
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140709_Nachtlager in Untervaz
140709_Nachtlager in Untervaz

Dienstag, 8. Juli 2014

Disentis - Castrisch (08.07.2014)

Am Morgen sind die Berge um Disentis schneeweiss - das Wasser des Vorderrheins ist eiskalt. Ernst Bromeis rennt bis Surrein und schwimmt von da mit dem Hydrospeed im Vorderrhein bis Turn. Die Strecke Turn - Rueun läuft er wieder; die Passage ist im hoch gehenden Vorderrhein zu gefährlich. 

Von Rueun geht's dann an Ilanz vorbei bis Castrisch. Der Kilometer 60 ist fast erreicht. Ob die Rheinschlucht «Ruin auta» morgen gelingt ist fraglich: Der Rhein führt sehr viel Wasser und es gilt, Verletzungen um jeden Preis zu verhindern. 

Blick aus unserem Team-Camper auf den Vorderrhein bei Castrisch.
Blick aus unserem Team-Camper auf den Vorderrhein bei Castrisch.

Von der Quelle bis Disentis (07.07.2014)

Nach Monaten der Vorbereitung ging es am Montag endlich los: Gemeinsam mit Freunden legte Ernst Bromeis das erste Teilstück seiner «Expedition 2014» zurück. Vom Lago di Dentro im Val Cadlima ging es zuerst im strömenden Regen an den Lago di Santa Maria am Lukmanierpass.

Bei einer Medienorientierung stellte er die «Expedition 2014» der Öffentlichkeit vor und durchschwamm anschliessend den Lago di Santa Maria. Danach wurde er vom Bergführer Peter Gujan über die mehr als 70 Meter hohe Staumauer abgeseilt. Die Strecke bis Disentis entlang dem Flusslauf des Rein da Medel zu Fuss zurück.

Nichts für schwache Nerven: Peter Gujan (in der gelben Jacke) seilt Ernst Bromeis über die 75 Meter hohe Staumauer des Lago di Santa Maria ab.
Nichts für schwache Nerven: Peter Gujan (in der gelben Jacke) seilt Ernst Bromeis über die 75 Meter hohe Staumauer des Lago di Santa Maria ab.
Bereitmachen am Lago di Santa Maria: Auf Ernst Bromeis warten über zwei Kilometer bei 8 Grad Wassertemperatur.
Bereitmachen am Lago di Santa Maria: Auf Ernst Bromeis warten über zwei Kilometer bei 8 Grad Wassertemperatur.
Medienkonferenz auf dem Lukmanierpass: Ernst Bromeis (rechts) mit Mediensprecher Christian Gartmann
Medienkonferenz auf dem Lukmanierpass: Ernst Bromeis (rechts) mit Mediensprecher Christian Gartmann

Samstag, 15. März 2014

Vom Tropfen auf den heissen Stein

Gibt es in einer globalisierten Welt eine individuelle Verantwortung?

Unsere Welt ist globalisiert. Dies ist eine Tatsache und kaum jemand in der Wirtschaft, in der Politik, in der Kultur, im Sport, in der Umwelt wird dies verneinen. Was uns Menschen verbindet ist nicht nur unsere Abhängigkeit vom Wasser sondern auch die Abhängigkeit von übergeordneten Entscheidungen, welche unser aller Leben betreffen und die Ströme auf dieser Welt lenken. Wo bleibt aber die Verantwortung des Individuums? Kann ich als einzelner Mensch mitgestalten oder bin ich nur ein Tropfen auf einem heissen Stein? Oder muss ich sogar selber Verantwortung übernehmen und darf die Entscheidungsprozesse nicht einfach „nach oben“ delegieren? Diese und weitere Fragen werden uns beschäftigen. - Antworten suchen und finden wir an der 2. UNO-Weltwasserwoche in der Engiadina Bassa.

 

Eine ganze Woche zum Eintauchen

Die Frage nach der kollektiven und individuellen Verantwortung wird uns bereits im Eröffnungsgottesdienst am Sonntag, 16. März in der reformierten Kirche in Scuol beschäftigen. Thematische Filmvorführungen im Bogn Engiadina, ein kultureller Abend „En – Tia melodia tant profuonda“ mit einheimischen Wasserliedern am Freitag, 21. März und weitere Veranstaltungen mehr werden neben Claude Nicollier, am UNO-Weltwassertag, 22. März, die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit geben gedanklich und emotional einzutauchen.

 

Organisatorisches

Alle Veranstaltungen der 2. UNO-Weltwasserwoche sind öffentlich und richten sich an alle Menschen, welche vom Wasser abhängig sind.

 

Tagungssprachen: deutsch e rumantsch.

www.uno-weltwasserwoche.ch


 

Foto C. Nicollier
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INN-DIARY-view-book2
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